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Dienstag, 7. Oktober 2003
Das Kompetenznetz Depression, Suizidalität fordert ein einheitliches psychiatrisches Versorgungskonzept

Die Krankheit Depression ist eine der häufigsten und schwersten Erkrankungen in den Industrienationen. Circa 15% der Patienten mit einer schweren, wiederholt auftretenden depressiven Erkrankung empfinden ihren Zustand als so unerträglich, dass sie sich das Leben nehmen. Circa 50% unternehmen einen Suizidversuch. Ein Großteil der jährlich 11.000 Suizide und circa 100.000 Suizidversuche in Deutschland könnte durch eine bessere Versorgung depressiver Patienten verhindert werden.

„Um die vorhandenen Ressourcen in unserem Gesundheitssystem optimal einsetzen zu können, sollte man sich sowohl über die medizinische als auch über die gesundheitsökonomische Bedeutung der wichtigsten Volkskrankheiten im Klaren sein“, sagt der Sprecher des Kompetenznetzes, Prof. Dr. Hegerl. Für das Schicksal der psychiatrischen Patienten ist oft entscheidend, inwieweit es gelingt, ein Versorgungskonzept „aus einem Guss“ zu realisieren. Hier sollten - neben der ärztlichen Seite und nichtärztlichen Versorgungsangeboten - der Patient und dessen Angehörige eingebunden sein. Durch eine Optimierung des Krankheitsmanagements lasse sich eine beträchtliche Verbesserung in der Versorgung erzielen. „Im Kompetenznetz Depression, Suizidalität haben wir in verschiedenen versorgungsrelevanten Projekten Bausteine für ein besseres Krankheitsmanagement erarbeitet“, so Prof. Dr. Hegerl.

Erstmalig nach vier Jahren Forschung werden diese versorgungsrelevanten Projekte am 7. Oktober einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt. Die Pressekonferenz findet im Rahmen des 3. Internationalen Workshops des Kompetenznetzes Depression, Suizidalität in der Evangelischen Akademie in Tutzing bei München statt. Im Vorfeld diskutieren  die beteiligten Wissenschaftler die präsentierten Projekte mit Vertretern des deutschen Gesundheitssystems.

 

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