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Sonntag, 24. Februar 2002
Kopfschmerzen, Magenprobleme – oft steckt eine Depression dahinter


Depressions-Studie sucht noch Patienten
Nürnberg. Kopfschmerzen, Magenprobleme, Mattigkeit: Wer würde hinter diesen körperlichen Symptomen eine Depression vermuten? Wissenschaftliche Studien zeigen aber, dass Patienten, die mit unspezifischen körperlichen Beschwerden in eine Hausarztpraxis kommen, vielfach unter einer leichteren Form der Depression leiden. Ein Projekt der Universität München will die Früherkennung und Behandlung von Depressionen in Nürnberg verbessern.

„Jeder vierte Patient in einer Hausarztpraxis leidet unter einer psychischen Erkrankung wie z.B. einer Depression“, sagt Dr. Verena Henkel, die Leiterin des Forschungsprojektes, „vielfach wird diese Grunderkrankung aber übersehen. Die Patienten unterziehen sich vielen Untersuchungen, ohne dass sich ihr Zustand verbessert.“

Patienten gesucht
Die Mediziner der Studie möchten untersuchen, welches die optimale Behandlung für Patienten ist, die mit leichteren Depressionen in die Hausarztpraxis kommen. Die Depressions-Studie, die an das „Nürnberger Bündnis gegen Depression“ angeschlossen ist, wendet sich an Patienten und Hausärzte gleichermaßen. Wer als Patient glaubt, an einer leichteren bis mittelschweren Depression zu leiden, kann sich im Nürnberger Studienzentrum der Universität München melden. Wenn die Gespräche ergeben, dass der Betroffene für die Studie geeignet ist, erhält der Patient eine entsprechende Therapie im Rahmen der Depressions-Studie. Die Behandlung kann aus einer Psychotherapie, einem Medikament oder der freien Wahl zwischen diesen Therapien bestehen. Die Behandlung dauert 10 Wochen. In dieser Zeit besucht der Patient alle ein bis zwei Wochen das Studienzentrum

Fragebögen helfen dem Hausarzt, eine Depression besser zu erkennen
Auch Hausärzte können sich an der Studie beteiligen, denn sie sind oft die ersten Ansprechpartner für Menschen mit psychischen Problemen. Ein einfacher Fragebogen, der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) entwickelt wurde, ermöglicht es den Hausärzten, schneller und gezielter Depressionen zu erkennen. Der Bogen kann vom Patienten bereits im Wartezimmer ausgefüllt werden und umfasst nur fünf einfache Fragen. Die Antworten des Patienten lassen gezielte Rückschlüsse auf die Depression zu. Zeigt der Fragebogen ein auffälliges Ergebnis, kann der Allgemeinmediziner den Patienten an das Nürnberger Studienzentrum der Universität München überweisen.


Kontaktadresse für Patienten und Hausärzte: Nürnberger Studienzentrum am Kesslerplatz 5, Telefon 0911 – 5 30 18 09, Dr. Michael Schütze

Ansprechpartnerin: Dr. med. Verena Henkel, Telefon 089-51 60 55 58

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