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Montag, 18. Juni 2001 Studie der FU-Psychiatrie zeigt: Auch bei seelischen Krankheiten bringt eine systematische Therapie bessere Erfolge UKBF-Mediendienst Nr. 128 vom 18. Juni 2001 - Aus der Forschung Wenn Menschen mit Depressionen nach einem wissenschaftlich fundierten "Stufenplan" behandelt werden, sind die Erfolgsaussichten deutlich größer. Dies zeigen die soeben ausgewerteten Daten einer zwischen 1997 und 2000 vorgenommenen Untersuchung, der "Berliner Stufenplanstudie" am Fachbereich Humanmedizin der FU/Universitätsklinikum Benjamin Franklin (UKBF). Während bei körperlichen Erkrankungen Leitlinien längst akzeptiert sind, waren bei psychischen Krankheiten die Effekte einer systematischen Therapie bisher kaum untersucht. Die Arbeitsgruppe um Dr. Mazda Adli und Dr. Dr. Michael Bauer von der Psychiatrischen Klinik (Leitung: Prof. Isabella Heuser) der Freien Universität Berlin hat nun die streng leitliniengetreue Therapie der Depression mit der üblichen Behandlung nach individuellem ärztlichen Ermessen verglichen. Die Ergebnisse: Weniger chronifizierte Krankheitsverläufe, weniger Medikamente, kürzere Krankenhausaufenthalte. Dem "Berliner Stufenplan" liegt ein Algorithmus - ein Entscheidungsbaum - zugrunde, der je nach Ansprechen eines Patienten im 14-tägigen Rhythmus das weitere Vorgehen vorschreibt. Das Prinzip ist einfach: Führt die 1. Stufe des Behandlungsplanes im vorgesehenen Zeitraum nicht zum erwünschten Erfolg, wird die 2. Stufe der Therapie beschritten - und so weiter. Trotz besserer Medikamente hatte die Depressionsbehandlung in den letzten Jahren stagniert. Die führenden europäischen und amerikanischen Depressionsforscher hatten wiederholt gefordert, leitlinienorientierte Therapien auf den Prüfstand zu stellen. Nach ihren bisherigen, ermutigenden Ergebnissen will die Berliner Gruppe nun ihre Erfahrungen in einer bundesweit angelegten Studie auf noch breitere Basis stellen. Das Projekt wird im Rahmen des Kompetenznetzes Depression als "Algorithmusstudie" realisiert. 450 Patienten sollen, über die Republik verteilt, in die Untersuchung aufgenommen werden. Die Studie prüft auch ein computergestütztes Therapiesystem, das dem behandelnden Arzt in regelmäßigen Abständen eine leitlinienorientierte Entscheidungshilfe anbietet. Viele niedergelassene Ärzte wünschen seit langem eine solche Unterstützung bei der medikamentösen Depressionsbehandlung. Dabei ist selbstverständlich die Psychotherapie integraler Bestandteil. Das Kompetenznetz Depression (siehe auch UKBF-Mediendienst Nr. 40, 8/99) will die Krankheit, ihre Symptome und Behandlungsmethoden bei den Betroffenen und in der Öffentlichkeit bekannter machen und in enger Zusammenarbeit mit der ambulanten Versorgung diagnostische und therapeutische Defizite beheben. Die Psychiatrische Klinik der FU ist eines der wesentlichen beteiligten Forschungszentren in diesem wegweisenden Projekt. Depressiv erkrankte Patienten, die sich in stationärer Behandlung der beteiligten Kliniken befinden, können in die Algorithmusstudie aufgenommen werden. Für Studienpatienten gibt es eine intensive Begleitung durch Studienärzte und -psychologen sowie regelmäßige Nachuntersuchungen in Absprache mit dem niedergelassenen Arzt. Erteilt ein Patient hierzu seine Zustimmung, so kann er sich am UKBF auch an anderen Projekten des Kompetenznetzes Depression beteiligen, die sich allesamt der Verbesserung von Erkennung und Behandlung depressiver Erkrankungen gewidmet haben. Hierzu gehören zum Beispiel die Untersuchung des Einflusses von Lebensumständen und Besonderheiten der Symptomatik auf die kurz- und langfristige Prognose, Möglichkeiten frühzeitiger Rezidiverkennung, aber auch biologischer Faktoren wie die Besonderheiten des Stresshormonhaushaltes. Ansprechpartner:
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