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Dienstag, 10. Februar 2004
Vom Modellprojekt zum bundes- und europaweiten Aktionsprogramm - "Nürnberger Bündnis gegen Depression" wird international

Schon sieben Regionen haben sich bundesweit dem „Bündnis gegen Depression“ angeschlossen. Das in Nürnberg erfolgreich durchgeführte Programm zur Verbesserung der Situation depressiver Patienten wächst aber nicht nur national, sondern auch international.

Das „Nürnberger Bündnis gegen Depression“ ist eines der wichtigsten Teilprojekte des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Großforschungsvorhabens Kompetenznetz „Depression, Suizidalität“. Renate Schmidt, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und der bayerische Staatsminister Dr. Günther Beckstein fungieren als Schirmherrin und Schirmherr des „Bündnis gegen Depression“. Das Bündnis verfolgt klare Ziele: die Verbesserung der Diagnose und Versorgung depressiv erkrankter Menschen, die Veränderung des Bewusstseins in Öffentlichkeit und Fachwelt gegenüber der Erkrankung und die Senkung der Anzahl von Suiziden und Suizidversuchen.

Zum Konzept gehören Fortbildungsprogramme für Ärzte und für Multiplikatoren wie Lehrer, Pfarrer oder Apotheker genauso wie breite Öffentlichkeitsarbeit und Selbsthilfeinitiativen für Betroffene und Angehörige. Nach einer wissenschaftlichen Auswertung steht fest: die Suizidversuche in der Modellregion Nürnberg haben während der Aktivitäten (2001-2002) um über 25 Prozent abgenommen.

Das „Bündnis gegen Depression“ kooperiert mit der Gesundheitsinitiative „Bayern aktiv“ des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit, Ernährung und Verbraucherschutz. Die Kooperation dient der besseren Versorgung depressiver Patienten in Alten- und Pflegeheimen durch Fortbildung des Pflegepersonals.

Im Rahmen der Ausweitung der erfolgreichen Kampagne können Regionen in ganz Deutschland Mitglied im „Bündnis gegen Depression e.V.“ werden und das gesamte Konzept oder auch Teile daraus übernehmen und so auf ihre regionalen Bedürfnisse zuschneiden. Als erste von zahlreichen Interessierten haben sich die Partnerregionen Cham, Erlangen, Hamburg-Harburg, Ingolstadt, Kempten, Lübeck, und Regensburg der Kampagne angeschlossen. Im Ausland sind Island, die Provinz Bozen/ Südtirol und der Kanton Zug in der Schweiz Bündnispartner.

Mit Mitteln der Europäischen Kommission kann das erfolgreiche „Bündnis gegen Depression“ ab Mitte 2004 europaweit implementiert werden. 17 Länder kooperieren im Rahmen der „European Alliance Against Depression“ (EAAD).

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