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Übersicht Wie entsteht eine Depression?Eine Depression hat selten eine einzige Ursache. Meist führt ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren zur Erkrankung. Diese möchten wir Ihnen hier näher erläutern.
Abbildung 6: Zwei Seiten einer Medaille
Auf der Seite der psychosozialen Aspekte kann therapeutisch mit der Psychotherapie eingegriffen werden. Hier sind genetische Faktoren zu nennen – auch sie beeinflussen die Empfindlichkeit depressiv zu erkranken. Wie bei fast allen Erkrankungen sind genetische Einflüsse auch bei Depressionen gut belegt, ein einzelnes Depressionsgen gibt es allerdings nicht. Auf der Seite der neurobiologischen Aspekte kann mit Antidepressiva therapeutisch eingegriffen werden. Einschneidende EreignisseIn einer Untersuchung hatte ein Drittel der depressiven Patienten vor ihrer Erkrankung ein belastendes oder zumindest einschneidendes Lebensereignis2. Nach einem solchen Ereignis ist das Depressionsrisiko etwa ein halbes Jahr lang erhöht. Ein belastendes Ereignis muss aber nicht zwangsweise zum Ausbruch einer Depression führen. Denn alle Menschen müssen in ihrem Leben Verluste und Trennungen erleiden, aber nicht jeder erkrankt. Insofern haben Ereignisse dieser Art in erster Linie eine auslösende Bedeutung. Einschneidende Lebensereignisse können zum Beispiel der Tod eines nahen Angehörigen, Partnerkonflikte, die Veränderung der Lebensverhältnisse und der sozialen Rolle (z.B. Berentung) oder chronische Überlastungssituationen sein. Referenzen 1Kendler, K.S., Hetteman, J.M., Butera, F., Gardner, C.O., & Prescott, C.A. (2003). Life event dimensions of loss, humiliation, entrapment, and danger in the prediction of onsets of major depression and generalized anxiety. Archives of General Psychiatry, 60(8), 789-796. Seite erstellt am 01.08.2000
Autor: Ulrich Hegerl >> mehr
Letzte Änderung am 02.10.2008 |