| Wetter | |
|
Depression und Wetter Trübes Wetter und dunkle verregnete Herbstnachmittage schlagen bei vielen Menschen auf die Stimmung. Dies bedeutet jedoch nicht, dass es zu depressiven Erkrankungen kommen muss. Bei einigen erhöht sich allerdings saisonal die Vulnerabilität für depressive Erkrankungen1. Die drei von der Weltgesundheitsorganisation zusammengestellten Erhebungen der Suizidzahlen - wichtige Indikatoren für eine suboptimale Diagnose und Therapie von Depressionen - aus 18 europäischen Ländern ergeben kein einheitliches Bild. Abbildung 7: Suizidraten pro 100.000
Auch könnten die relativ niedrigen Suizidzahlen aus den katholischen Ländern Italien, Irland und Polen fehlerhaft sein. Da der Suizid in streng katholischen Gesellschaften als Sünde betrachtet wird, kommt es häufiger zur Verschleierung der Todesursache und fehlerhaft ausgestellten Totenscheinen. Aber selbst wenn man sonniges und warmes Klima als einen von vielen Faktoren für die unterschiedliche Stimmung und psychische Gesundheit der Bewohner der europäischen Länder in Betracht ziehen wollte, müsste die Interdependenz zu anderen Faktoren wie Mentalität, Tradition, Religiosität, Familiensinn, Gruppenzusammenhalt und Kommunikationsverhalten mit berücksichtigt werden. Unabhängig vom Klima spielen in allen europäischen Ländern auch soziographische Faktoren wie die Urbanisierung und die zunehmende Anonymität eine nicht unbedeutende Rolle. Auch Alkoholmissbrauch und Arbeitslosigkeit sind Faktoren, die die Suizidalität beeinflussen. Referenz 1Magnusson, A. (2000). An overview of epidemiological studies on seasonal affective disorder. Acta Psychiatrica Scandinavica, 101, 176-184. Seite erstellt am 01.08.2000
Autor: Ulrich Hegerl >> mehr
Letzte Änderung am 10.03.2006 |